Gibt es Volksmalerei in den heutigen Häusern?

Was war das beliebteste Gemälde des kleinbürgerlichen griechischen Hauses in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts? Höchstwahrscheinlich das Navy-Board, das von der Mitte nach oben gestaltet ist und das Lenkrad zum Horizont zeigt. Es gab es in zwei Varianten: die Marine mit dem schwarzen Bart und dem dunklen Umhang und die mit dem weißen Bart und dem gelben Bart. Aber entweder das eine oder das andere, sie haben das Rad in unendlichen Hallen und Lounges in den wilden Meeren von Kypseli und in der Meerenge von Sepolia gehalten.

Im Geschmack der Künstler musste sich der alte Matrose mit der jungen Zigeunerin messen, die in langgezogenen Rahmen verspielte Blicke vom Eingangsflur auf die Tanten und Onkel warf, die sich die Feiertage wünschten. Beide waren den Landschaften mit dem Schloss und den Alpenseen sowie den Markgrafen und Markgrafen, die die Vorkriegsmode in der Dekoration des Hauses waren, nachgefolgt.

Natürlich gab es auch die politisierten Häuser mit den Lithographien mit den Witzen von Tassos und Guernica. In den richtigen Häusern an den jeweiligen Orten waren die Fotos der Großeltern, aber hier geht es nicht um Politik, sondern um Kunst. All dies anlässlich der Entdeckung von Picassos Gemälde, seines Sturzes und der Witze, mit denen es begleitet wurde: “Woher wissen wir jetzt, was oben, unten ist?” oder “war das vor dem Fallen?”

Auf die Frage, ob es in den heutigen Häusern Volksmalerei gibt, lautet die Antwort “nein”. Der 50er Bildschirm und das Smartphone decken den Heimbedarf in Bild ab. Was in den Kinderzimmern an Extras ist, die Poster mit Che und den Bauarbeitern beim Mittagessen, die auf dem Dach des Gebäudes in New York hängen, wurden in anderen Zeiten gemacht. Was man vor 30 Jahren leicht machen konnte, also sagen, wer in einem Haus wohnte, weil die Tafel mit der alten Marine an den Wänden hing oder das Plakat von “1900” klebte, ist heute unmöglich.

Nicht dass die Methode immer sicher war. Eine Freundin, die vor etwa 40 Jahren im Zimmer ihres Freundes gewesen war, als sie beide im Bett lagen und taten, was sie tun mussten, starrte auf ein Foto an der Wand. “Der Großvater ;”. “Nein, Lenin.”

Auf die Frage, ob im Haus noch Platz zum Malen ist, lautet die Antwort: Ja. Es genügt, sich eines Axioms bewusst zu sein: Damit das Auge ein Gemälde weiterhin sehen kann, darf kein anderes Bild mit ihm konkurrieren. Wie mein Lieblingsbild: “The Cry of the Fox”, von Tsukioka Yoshitoshi, aus der Serie “100 Faces of the Moon”, das eine Wand braucht – und ein bisschen davon ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close
Close
Sign in
Close
Cart (0)

Cart is empty No products in the cart.


Language